KELLER oder FUNDAMENT             


Die Entscheidung
ob nun Keller oder Fundament gewählt wird, muß jeder für sich selbst entscheiden. Einige Vor- und Nachteile beider Varianten und natürlich was es zu beachten gilt.

FUNDAMENT (Bodenplatte)
Meistens 
ein Streifenfundament, Tiefe mind. 50 cm zur Frostfreiheit, mit aufliegender Bodenplatte. Das Fundament liegt wiederum auf mind. 25 cm Schotter. Alle Zu- und Abflußleitungen/-rohre, Kabel, Schächte müssen vorher gemäß Bauplan verlegt werden.

Nachteile:
- keine Garage
- zusätzliche Kosten für Carport (wenn gewünscht)
- zusätzlicher Platzbedarf im Haus für Nebenräume (Waschküche, Hobbyraum, Heizung, Energieträger (Pellets), Wärmetauscher/Wärmespeicher bei Niedrigenergiehaus, Werkzeug ....da kommt eine ganze Menge zusammen, Reifen, Fahrräder,......und vieles mehr.
Rechnen Sie mit ca. +50 bis 80% Ihrer Nettowohnfläche für diese Nebenräume (z. Bsp. für Carport brauchen Sie ca. 15 m2/Fahrzeug)

Keller (vollunterkellert)
Wenn Keller, dann macht eigentlich nur ein Vollkeller Sinn. Da ist dann alles untergebracht. Der Aufwand und die Kosten sind gegenüber einer Teilunterkellerung überschaubar. Auch hier, alle Leitungen, Schächte, Rohre müssen liegen, eingebettet in 25 cm Gräder-Schotter. Gefälle bei Abflußrohren 0,5-1,0%, damit auch die "festen" Bestandteile abfließen. Bei höherem Gefälle schwappt das Wasser vorbei und der Dreck bleibt in den Rohren liegen -> Verstopfung !

Vorteile:
- Garage plus Zusatzräume für Heizung o.ä., Heizmaterial, Hauswirtschaft, Abstellräume, Hobbyraum, ...
- Keller wirkt als Zwischenpuffer und hat im Winter auch bei Minusgraden +Temperaturen. Für die Hobbygärtner ist er ein exzellenter Platz zum Überwintern von Pflanzen. Für die Autofahrer fällt das morgendliche Eiskratzen weg, und, und, und,...
- Nettohaus- und Grundstücksfläche bleiben erhalten.
- Bei Mitarbeit kennt man sich aus, weiß wie Leitungen und Rohre laufen

Nachteile:
- Höhere Kosten gegenüber Fundamentplatte
- Bauzeit 1 Woche. Und wenn man mithilft lernt man wie schwer Schalungstafeln sind (aber es lohnt sich).
- große Baugrube mit Bergen von Erde
- einteeren und isolieren des Kellers ist keine schöne Arbeit 

Ablauf einer Vollunterlellerung:
1. Tag
- Aushub und Abfuhr der überschüssigen Erde
2.Tag
- Anfuhr und Verteilen von Schotter
- Abflußrohre legen, Zuleitungen zum Haus legen (Strom, Wasser, Telefon), Schächte ausschalen, Fundamentgrenzen ausschalen
- Eisenmatten legen und Beton ausgießen und auf Niveau glätten
- Umlaufende Flach-Gummidichtung mit Überstand in frischen Beton stecken
3. Tag
- Holzschalung entfernen
- Schaltafeln für Innen- und Außenwände aufstellen. Dosen für Stromverteiler, Schalter, SAT, Internet, Leer-Panzerrohre müssen vorher vom Elektriker angebracht werden gem. Stromplan. Kellerfenster zwischen Schaltafeln anbringen
- Beton einfüllen und gut durchvibrieren
4. Tag
- Schaltafeln der Wände entfernen, reinigen, ölen (Sch...arbeit)
- Decke einschalen, Eisenmatten legen, Torsturz bauen und nach Armierungsplan auslegen
- Treppenschalung bauen und armieren (Fachmann erforderlich)
- Durchbrüche für Elektrokabel, Kamin,... ausschalen
5. Tag
- Beton einfüllen und auf Niveau glätten. Nach kurzer Abbindezeit (abhängig von Außentemperatur und Sonneneinstrahlung) leicht mit Wasser berieseln. Damit wird ein zu schnelles Abtrocknen der Beton-Oberfläche verhindert und  dem damit verbundenen Rissen.
Der Beton erzeugt beim Abbinden Wärme, ja wirklich, und trocknet sich dadurch fast selber. Wir müssen aber darauf achten, daß dies nicht zu schnell passiert.
8. Tag
- Außenschalungen und Schalungen von Schächten entfernen.

Und jetzt müssen Sie 3 Wochen warten damit die Decke/Treppe durchgehärtet ist und die Stützen entfernt werden können. Also 4 Wochen nach Baubeginn kann/sollte Ihr Haus kommen. 

Woche 2-4
- Dichtanstrich (Teerfarbe) für Keller aufbringen. Es gibt auch Teerbahnen in Rollenform, die auf die Wände geklebt werden

Ende Woche 4
- Stützen und Schalungen der Decke/Treppe entfernen. (ACHTUNG: Helm tragen !!)
- Baustelle aufräumen 

Zu beachten:
- Gummidichtung ringsum aufrecht stehend in noch weichen Beton einstecken.

Die meisten Holzhaushersteller bieten lediglich das Haus an. Und dann fängt für Sie die beschwerliche Suche nach dem RICHTIGEN Handwerker an.

MERKE: BILLIG = TEUER !!!! (und ganz und gar nicht GEIL)*

Die Freude über den, ach so tollen Preis, verfliegt rasend schnell wenn die von Ihnen beauftragte Firma unzuverlässig ist, schlampig arbeitet, billiges Material verwendet, usw. und damit Ihren ganzen Bauplan, geschweige von den Kosten, durcheinander bringt.

Wenn Sie nur diesen einen Satz mitnehmen und beherzigen, dann haben Sie schon zu 50% eine richtige Entscheidung getroffen.

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* Eine kleine Anekdote:
Hat mir doch ein Bekannter stolz mitgeteilt, er habe aus dem Türkei-Urlaub 10 Marken-T-Shirts mitgebracht zu sagenhaften 5,-Euro pro Stück (Bem. d. Verf.: Marken-T-Shirts für 5,- Euro gibt es NICHT. Das sind Plagiate. Sollte sich mitlerweile rumgesprochen habe. Abgesehen davon ist Plagiat-Schmuggel strafbar. Es verstößt gegen das Urheberrecht).
Schließlich hat sich herausgestellt, daß diese tollen T-Shirts nach dem 1.Mal waschen so stark eingelaufen sind das sie nicht mehr tragbar waren. Ergebnis: 50,- Euro in den Sand gesetzt. Mein Bekannter kauft NIE wieder BILLIGWARE!

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