FENSTER.... 
....sind die Augen eines Hauses.
Wer sich für ein Holzhaus entscheidet kann eigentlich nur an Holzfenster denken. Auch hier hat der Werkstoff Holz überragende Vorteile gegenüber anderen Materialien hinsichtlich:
- Festigkeit
- Wärmeverluste
- Optik
TROTZDEM hier eine Gegenüberstellung:
Holz/Aluminium-Fenster: Auf der Außenseite befindet sich ein aufgeclipptes Aluminium-Profil. Innen ist Holz
Die Holzstärke ist um ca. 50% reduziert. Das Alu-Profil übernimmt die restlichen 50%.
Dieser Fenstertyp sollte eigentlich nur in Betracht gezogen werden wenn Sie
deckendfarbige Fenster wollen.
Zudem haben Holz-Alu-Fenster einen schlechteren U-Wert (k-Wert) (siehe Technische
Begriffe) als Holzfenster. Grund ist die Verwendung von Aluminium, das die Wärme sehr gut
nach außen leitet (was wir ja nicht wollen).
Preis zum vergleichbaren Holzfenster mindestens +30 bis 50% und mehr, je nach
Ausführung.
Kunststofffenster: Die heutigen Kunststofffenster sind qualitativ gut. Für ein Holzhaus aber kaum denkbar.
Kunststoff altert, wird spröde....weiß wird zu gelb....und Holzimitationen sind von
weitem als Kunststoff erkennbar.
Als Keller-/Garagenfenster sind sie dagegen sehr gut denkbar und stören die Optik
überhaupt nicht.
Holzfenster: Meistens aus heimischer Fichte/Kiefer/Lärche hergestellt. Selten, weil sehr teuer, aus Eiche.
Auf keinen Fall bitte Tropenhölzer. Die gängigste Holzart ist, hoffentlich war,
Dark Red Meranti aus Südostasien. Die Urwälder Indonesiens wurden hierfür radikal
abgeholzt. (Nur weil viele unserer Architekten das Bauen mit Holz und Holzfenster
NICHT kennen/können).
Was muss denn ein Fenster so alles aushalten?
Es muss...
1. Wärmeunterschiede von Innen nach Außen von teilweise 40°C (richtigerweise ist die Einheit Kelvin) verkraften
2. Feuchtigkeitsunterschiede von Innen nach Außen abpuffern
3. Schlagregen über Jahre darf nichts ausmachen
4. Sonneneinstrahlung widerstehen (denken Sie an Südfenster)
ALSO, wichtig ist der.....
Wärmeschutz
An Ihren Fenstern kommen spielend Temperaturunterschiede von innen zu außen.... an kalten Wintertagen von 40°C und mehr zusammen.
Da sollten Fenster für Passivhäuser einen Uw-Wert unter 0,8 W/m²K bei einer Verglasung Ug = 0,7 W/m²K und einen g-Wert um 50 % aufweisen.
Auf dem folgenden Link ist eine GUTE schematische Darstellung dessen, was eigentlich am Fenster innen und aussen mit der Wärme passiert.
http://www.internorm.at/cps/rde/xbcr/SID-0838546B-095D0B5C/internorm_at/AT-DE-Tech_Kennzahlen.pdf
Die zwei nächsten Bilder sind ebenfall ein wichtiger Hinweis darauf, wo bei JEDEM Fenster der kritische Punkt ist.

(Bilder Internorm)
Hier ein Kunststoff-Fenster mit U=0,82 Ein Holz-Alu-Fenster mit U=0,72
In beiden Fällen mit 3-fach Verglasung, das Holz-Alu-Fenster ist im Alu-Profil zusätzlich wärmedämmend ausgefüllt.
Die Kernerkenntniss ist aber, dass im Übergang zwischen Flügelprofil und Glas (also im Bereich wo das Silikon ist) die Temperatur an der Glasoberfläche nur noch 10-15°C (schön zu sehen wo es gelb ist). Und damit haben Sie die Erkärung warum Sie an Ihren Fenstern Wassertropfen stehen haben. Bei dieser Temperatur hat Ihre Umgebungsluft mit 40-50% Luftfeuchtigkeit den Taupunkt erreicht, sie kondensiert.
Sie werden fragen ".... aber warum denn nur unten am Fenster und nicht an den Seiten oder oben?"
Auch das lässt sich einfach erklären.
Die aufströmende (warme) Luft streicht über diesen Versatz von fast 90°, zwischen Flügelprofil (Glasleiste) und Glas, einfach drüber. Bildlich gesprochen: Die Luftströhmung kommt einfach nicht in dieses Eck.
Seitlich kommt die Luft gut hin und oben stösst sie an die Glasleiste, verwirbelt und gibt die notwendige Wärme an das Glas ab, sodaß die Taupunkt-Temperatur überschritten wird.
Daraus folgt: Desto ausgeprägter, also eckiger Ihr Versatz ist, desto höher die Gefahr der Tauwasserbildung. Selbst bei BESTEN U-Werten (wenn Sie die Prospekte der Hersteller sorgfältig lesen, dann steht geschrieben "....Tauwasserbildung fast nicht möglich..." oder so ähnlich).
Also, 100%-ig kann es nicht vermieden werden. Aber mit hoher Sicherheit bei Fenstern mit U<0,8 und normaler Luftfeuchtigkeit von 40-50% im Haus.
dann der...
Wetterschutz
Fenster sind jahrelang dem Regen ausgesetzt. Ich rede nicht von Dauerberegung. Wenn Sie so etwas haben,...das wäre fatal und Sie hätten einen groben Baufehler begangen.
NEIN, es geht hier um den Schlagregen (horizontaler Regen durch Wind).
Ein Holzfenster läßt sich ganz einfach schützen. Durch sog. "Wetterschenkel". Das sind Alu-Profile auf der Flügelaussenseite unten (durch Silikon mit dem Glas verklebt) und ein doppeltes Alu-Profil als Regenschiene im Rahmen unten.
Das ist ein absolutes MUSS !!! Die Mehrkosten gegenüber der Standardausführung (kein Wetterschenkel am Flügel/einfache Regenschiene am Rahmen) ist vernachlässigbar. Als ehemaliger Werksleiter eines Fensterwerkes weiss ich wovon ich spreche.
ACHTUNG: Sie finden Fensterhersteller und Online-Fensterlieferanten die Ihnen die Wetterschenkel zur nachträglichen Montage anbieten. ".....Die müssen Sie ganz einfach aufclippen...".
Das ist absoluter Mist. Sie schaffen sich dadurch ein Problem, das erst nach einigen Jahren sichtbar wird. Nämlich eingedrungenes Regenwasser unter die aufgeclippten Profile, damit Dauerbefeuchtung, eingeschlossenes Wasser kann nicht abtrocknen, Ihr Fenster vergammelt. Also genau das Gegenteil von dem was Sie eigentlich haben wollten.
Der Wetterschenkel am Flügel MUSS durch Silikon mit dem Glas und dem Flügelholz verklebt sein.
Leider ist einer der häufigsten Baumängel die auf Internetforen rund ums Bauen publiziert werden das Fenster.
Und das wird teuer !!!
Lassen Sie sich ZUVOR von einem FACHMANN beraten.
und schließlich der....
Sonnenschutz
Südfenster sind die mit am stärksten belasteten Fenster. Bei einem Holzfenster übernimmt den Schutz vor UV-Strahlen und Regen die Lackierung (neben dem konstruktiven Holzschutz).
Ich kann Sie beruhigen. Die heutigen Lacksysteme (eigentlich Lasuren) sind von ausgezeichneter Qualität und von einer ausgesprochenen Langlebigkeit.
Selbst direkte Sonneneinstrahlung auf Südfenster über ein Jahrzehnt läßt KEINERLEI Spuren erkennen.
Habe ich selbst geprüft.....einfach herausragend !
Wichtig ist natürlich wie immer einen wirklich guten Hersteller zu finden. Denn es kann beim Fertigungsprozess geschlampt werden. Sie haben dann die notwendige Schichtdicke nicht, obwohl Sie eine "Fertiglackierung" bestellt und bezahlt haben, die kritischen Ecken und Kanten sind nicht ausreichend mit Lack benetzt, ......
Lackierung ist eben nicht gleich Lackierung.
Die Schichtstärke muss normalerweise während des Fertigungsprozesses gemessen werden. Hier gibt es klare Vorgaben für die Schichtstärken.
Für einen Laien einfach nicht erkennbar. Den Schaden haben Sie als Bauherr erst Jahre später...lange nach einer Reklamationsfrist.
Richtiger Lackaufbau: (Dickschichtlasur auf Acrylharz-Basis, wasserlöslich)
- Grundierung dringt in Holz komplett ein
- Zwischenbeschichtung ca. 100 - 125 μm (nass)
- Endbeschichtung ca. 275 - 300 μm (nass)
Konstruktion und Material
Material
Holzfenster werden in der Regel aus folgenden Holzarten hergestellt:
- Fichte, Kiefer, Lärche (vorrangig in Österreich und im Süden Deutschlands)
- Eiche (eigentlich nur im Norden Deutschlands)
- Teak und Dark Red Meranti aus Südostasien (BITTE nicht, Ihre Ökobilanz fährt in den Keller)
Die Holzpfosten sind massiv, heutzutage aber meistens aus drei (selten zwei) gleichstarken, Lamellen verleimt.
Die verleimten Pfosten haben eindeutig den Vorteil, dass durch die Verleimung eine noch höhere Steifigkeit als bei einem unverleimten Pfosten erreicht wird (sehr wichtig bei großen Fenstern). Und ein "Verziehen" der Fenster gibt es nicht mehr. Damit sind diese Fenster absolut dicht. Zudem ist gewährleistet, dass die sichtbaren Flächen der Fenster astfrei sind.
Die Verleimung erfolgt mit einem umweltfreundlichen PVAC-Leim (besser bekannt als Weißleim) der Klasse B4 (steht für wasser und kochfest, ja, Sie lesen richtig, die Verleimung hält auch in kochendem Wasser).
Fast alle Fensterhersteller tragen das RAL-Zeichen oder/und ift-Zeichen (Institut für Fenstertechnik Rosenheim. Führendes Institut im Fenster und Fassadenbau). Damit haben Sie schon mal eine Gewähr, dass Sie technisch ausgereifte Fenster erhalten.
Zwei umlaufende Dichtungen schließen und dichten perfekt.
Legen Sie ein Augenmerk auf das Profil des Fensterflügels. Es sollte möglichst "weich" sein damit die warme Luft in die Ecken streichen kann (siehe oben die Darstellung der Isotherme) und KEINE oder KAUM Tauwasserbildung entstehen kann.
Wider besseren Wissens sind "trendige" Fenster auf dem Markt zu finden. Kantiges, technisches Profil.
Das ist absoluter MIST !!!!!
Bei derartigen Fenster werden Sie mit 100%-iger Sicherheit Tauwasser haben. UND and den kantigen Profilen ist die vorgeschriebene Schichtstärke des Lacks NICHT ausreichend. Vertrauen Sie einem Fachmann der Technischer Leiter eines Fensterwerkes war und NICHT einem Verkäufer!!!
.....und was ist mit den anderen Fenstertypen???
Glauben Sie NICHT, daß Sie bei Kunststofffenstern oder Holz-Alu-Fenstern keine Besonderheiten zu beachten haben.
Natürlich gibt es die, nämlich:
- Versprödung
- Verzug
- Vergilbung
- Undichtheit
- Stabilität
- Quitschen
- Knacken (Knallen) bei Sonneneinstrahlung
- teurer
- ......
Und um annähernd so gute U-Werte zu erhalten wie ein Holzfenster muß ein enormer Aufwand betrieben werden, z.Bsp. ausschäumen der Hohlräume, Metallversteifung bei Kunststofffenstern um die Stabilität zu erreichen und, und, und...
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